Diabetiker haben die Chance, allein durch Ernährungsumstellung und auch Sport eine wesentliche Verbesserung der Zuckerwerte zu erreichen. Die medikamentöse Behandlung und das Spritzen können dadurch wesentlich eingeschränkt und in leichteren Fällen sogar fast vermieden werden.
Gesunde Ernährung folgt allgemeinen Grundsätzen
Die moderne Diabeteskost folgt Regeln, die auch für Nichtdiabetiker gesund sind. Das Essen und das Trinken sind für den Alltag des Menschen sehr wichtig, bei Diabetikern sind es zusätzlich Behandlungsmaßnahmen. Eine Ernährungsumstellung führt in vielen Fällen zu einer Gewichtsabnahme und zudem einer deutlich besseren Blutzuckereinstellung. Gemüse und frisches Obst, Salate, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte, Reis und fettarme Milchprodukte bilden die Grundlagen für eine richtige Diabetiker-Ernährung. Fett hingegen wird von den meisten Mitteleuropäern zu viel verzehrt. Es ist auch versteckt in vielen Nahrungsmitteln enthalten, daher muss der Diabetiker die Inhaltsstoffe beim Kauf gründlicher studieren als der Nicht-Diabetiker. Sollte er unter Übergewicht leiden, ist das Gewicht zu reduzieren. Schon wenige Kilogramm weniger auf der Waage verbessern die Blutzuckerwerte deutlich. Ein hoher Fettanteil in den Nahrungsmitteln verzögert zudem die Aufnahme der wichtigen Kohlenhydrate. Fett ist jedoch nicht gleich Fett, und niemand kann völlig darauf verzichten. Pflanzliche Fette und die in ihnen enthaltenen ein- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren bieten Arterioskleroseschutz. Sie sind in Sonnenblumen- , Oliven- oder Sojaöl enthalten. Gesättigte Fettsäuren hingegen, vor allem in tierischen Fetten anzutreffen, sollten Diabetiker größtenteils vermeiden.
Eiweiß, Kohlenhydrate und Alkohol
Ebenso wie Fette werden auch Eiweiße in Mitteleuropa zu häufig verzehrt. Für Diabetiker fatal: Die Nieren werden dadurch belastet. Betroffene Diabetiker mit Nierenproblemen müssen daher strengstens auf den Eiweißanteil in der Nahrung achten. Sollten Sie als Diabetiker unter Nephropathie oder Mikroalbuminurie leiden, ist der Eiweißanteil in Ihrer Nahrung auf den geringstmöglichen Wert zu senken. Der Kohlenhydratanteil in der Nahrung sollte bei Diabetikern 45 – 60% betragen. Normal zugreifen können Sie bei frischem Gemüse aller Art, Kartoffeln, Salat und Reis, fettarmen Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide, aber auch bei Pasta. All diese Produkte wirken stark sättigend, sind reich an Ballast- und Mineralstoffen und vor allem Vitaminen. Wenn Sie Insulin spritzen, müssen Sie Ihre Kohlenhydrate berechnen. Die Hilfsgröße lautet: 1 Broteinheit bedeutet 10 – 12 g Kohlenhydrate. Hierfür finden Sie Broteinheit-Austauschtabellen, die die Umrechnung in andere Nahrungsmittel ermöglichen. Vorteilhaft ist bei allen Nahrungsmitteln ein niedriger glykämischer Index, Sie finden ihn unter anderem auch in Hafer und Nudeln. Dieser Index beschreibt die sofortige Wirkung der Nahrung auf den Blutzuckerspiegel. Alkohol ist mit großer Vorsicht zu genießen, am besten verzehren Sie dazu einen kohlenhydrathaltigen Imbiss.
Ernährungstipps
Diabetiker
Von Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit sind sowohl ältere als auch ganz junge Menschen und Kinder betroffen. Diese Erkrankung ist eine Stoffwechselkrankheit und deren Ausprägung hängt ganz eng mit den biochemischen Stoffwechselvorgängen im Organismus zusammen. Darüber hinaus spielen organspezifische Beeinträchtigungen eine wichtige Rolle. Um mit der Erkrankung richtig umgehen zu können, Folgeerscheinungen zu vermeiden und zu reduzieren sowie sich therapieunterstützend zu ernähren, ist die Beachtung verschiedener Ernährungstipps und Ernährungsvorgaben ganz entscheidend.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen immer wieder abweichende Erkenntnisse darüber, ob es notwendig ist, sich streng zuckerfrei und kalorienreduziert zu ernähren oder ob es genügt, auf eine ausgewogene Ernährung in Bezug auf die gesunde Relation zwischen Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten zu achten. Meist erfolgt die Zusammensetzung der Nahrungsmittel in Abhängigkeit von den aktuellen Blut- und Harnzuckerkonzentrationen. Über die Ernährungszusammenstellung kann sogar eine schnelle Reaktion auf Entgleisungen des Blutzuckers vorgenommen werden. Im Gegensatz zu früheren Annahmen ist es heute erwiesen, dass ein Diabetiker nicht unbedingt eine gesonderte Kost erhalten muss.
Zu den wichtigen Ernährungsratschlägen gehört zunächst, dass Diabetiker eine gleichmäßige Verteilung der Nahrungseinnahme über den Tag umsetzen sollten. Zuckerkranke Menschen mit Diabetes Typ 2 leiden unter einer Unterproduktion von Insulin, dem Blutzucker senkenden Hormon. Aus diesem Grund sollten gerade diese Personen auf eine gleichmäßige Nahrungszufuhr achten.
Zuckerkranke Menschen fürchten sich vor der Aufnahme von Kohlenhydraten. Kohlenhydrate können den Blutzuckerspiegel mehr oder weniger stark verändern. Dennoch ist es durchaus bedeutsam, dass zuckerhaltige Substanzen nicht komplett weggelassen werden sollen. Der Gehalt von Kohlenhydraten in der Nahrung zuckerkranker Menschen kann dem Bedarf eines Gesunden gleichen. Vorteilhaft ist es jedoch, die Kohlenhydrate nicht überwiegend mit einer Mahlzeit aufzunehmen, sondern diese in verschiedene Speisen zu unterschiedlichen Essenszeiten unterzubringen. Kohlenhydrate sind lebenswichtige Energielieferanten und werden deshalb auch von Diabetikern benötigt. Generell ist es ratsam die gesamten Kohlenhydrate auf etwa 6 Mahlzeiten zu verteilen. Dies beugt extremen Entgleisungen der Blutzuckerwerte vor und schützt vor Folgeerkrankungen.
Moderne Empfehlungen in Bezug auf die Ernährung von Diabetikern gehen dahin, dass vorwiegend zuckerhaltige Nahrungsmittel eingesetzt werden, die in Abhängigkeit vom glykämischen Index einen eher verlangsamten Anstieg des Zuckers im Blut gewährleisten. In diesem Zusammenhang sind Vollkornprodukte, die gleichsam eine lang anhaltendes Sättigungsgefühl erzeugen den hellen Mehlen vorzuziehen. Erstaunlicherweise dürfen Diabetiker sogar übliche Haushaltszucker essen, wenn sie optimal ein gestellt sind und ihre Zuckerwerte kontrollieren. Darüber hinaus werden spezielle Süßungsprodukte wie kalorienfreie Süßstoffe Saccharin, Cyclamat und Aspartam durchaus als Alternative zum herkömmlichen Zucker erlaubt.
Ein Nachteil von spezifischen Diätnahrungsmitteln ist, dass sie zwar weniger Kohlenhydrate besitzen, jedoch durch ihren gesteigerten Fettgehalt enorm energiereich sind. Zuckeraustauschsubstanzen wie Fruchtzucker und das bekannte Sorbit sind auf den Blutzuckerspiegel wirkungslos.
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